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Waffen

 
Die erste Waffe, mit der der Schüler nach der Anfängerprüfung umzugehen lernt, ist der Kampfstab ( toya ). Er wird mit beiden Händen geführt. In der Toya-Kata, die alle Schüler für die Prüfung zur grünen Schärper lernen müssen, sind kräftige Stöße, schwungvolle Schläge sowie Abwehr- und Ausweichtechniken, insgesamt 43 Techniken, zusammengefasst
Starrer Kampfstab (toya) aus Rattan. Er hat einen Durchmesser von etwa 28-30mm und eine Länge von 150-180cm, ist also etwas kürzer als der japanische Bo. Rattan hat gegenüber anderen Materialien einige Vorteile: Es ist leichter als etwa Buchen- oder Eichenholz und zertrümmert dem Partner nicht die Finger. Außerdem splittert und bricht es nicht, vielmehr zerfasert es langsam.
Indonesischer Dolch mit geflammter, zweischneidiger Klinge (kris), dessen Oberfläche ein nur in Indonesien bekanntes Muster aufweist. Der Kris hat in der indonesischen Kultur eine besondere Bedeutung, da der Legende nach einst ein Meteorit Götterkräfte auf den Kris übertragen hat. Das besondere Muster, pamor genannt, verkörpert die magische Kraft eines Kris.
Die zweite Waffe, die der Schüler für die Prüfung zur blauen Schärpe zu handhaben lernt, ist das Haumesser (golok). In der Golok-Kata wird das Schwert rechts, links und beidhändig gehalten, und sowohl mit der Schneide, als auch mit der Spitze, dem Rücken und dem Griff, werden Stöße, Hiebe und Schnittbewegungen ausgeführt. Die runden und geschwungenen Bewegungen, insgesamt 66 Techniken, machen diese Kata sehr harmonisch.
Für die Prüfung zur braunen Schärpe müssen drei Partnerübungen mit Waffen, jeweils 6-9 Angriffs- und Verteidigungsserien, vorgeführt werden. Als Waffen stehen hier neben dem Kampfstab zwei Kurzstöcker ( ruyung ), das Messer ( pisau ) oder der Wanderstock ( rangket ) zur Verfügung, aus denen drei Waffen gewählt werden müssen.
Der rangket ist ein ca. 130cm langer, 28mm dicker starrer Wanderstock aus Rattan. Er wird beidhändig wie ein Schwert am einen Ende gegriffen.
Die ruyung sind zwei ca. 70cm lange, 28mm dicke, starre Rattan-Stäbe. Sie sind also etwas dicker und länger als etwa beim Arnis.

Das Erlernen von Waffentechniken erfolgt aus drei Gründen:

  1. Zur Selbstverteidigung auf der Straße, allerdings nicht in dem Sinne, dass der Schüler Waffen mit sich führt, sondern dass er sich im Falle eines bewaffneten Angriffes zu verteidigen weiß und nicht verschreckt und ängstlich aufgeben muss. Mitunter lassen sich auch Gebrauchsgegenstände (z.B. Jacken, Seile, Taschen, Schirm) oder Stöcke gegen solche Angriffe oder gegen mehrere Angreifer einsetzen.
  2. Der Kunst halber; mit den Waffen wird weniger direkt gekämpft als vielmehr mit ihnen gespielt.
  3. Aus sportlichen Gründen und zur Abwechslung

Die Waffentechniken werden zunächst als Einzelübung (Solospiel) geübt, um mit der Waffe vertraut zu werden und die nötigen Muskeln zu trainieren. Mit fortgeschrittenen Schülern wird dann mit den Waffen eine Partnerübung (Basis) einstudiert. Der Freikampf mit Waffen erfolgt erst ab den Lehrergraden.

 
 
 
 
 
 
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